Bezirk Jena-Weimar

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Hinweise zu unseren Gottesdiensten

Sie sind herzlich willkommen, mit uns Gottesdienst zu feiern.
Durch die aktuell geltenden Maßnahmen zur Infektionsvermeidung ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Es muss eine qualifizierte Mund-Nase-Bedeckung (medizinische Maske, FFP2) getragen, auf Abstand, Händedesinfektion und die üblichen Vorsichtsmaßnahmen geachtet werden. Personen mit Covid-19-Symptomen erhalten keinen Zugang.
  



 
Bibelwort für den Monat September

 

Ihr sät viel und bringt wenig ein;
ihr esst und werdet doch nicht satt;
ihr trinkt und bleibt doch durstig;
ihr kleidet euch, und keinem wird warm;
und wer Geld verdient,
der legt’s in einen löchrigen Beutel. "

(Haggai 1,6)


Das gemeinsame Haus muss vor dem Eigenheim errichtet werden

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Freunde!

Von Menschen, die trotz aller Mühen nicht auf einen grünen Zweig kommen, erzählt uns der Prophet Haggai. Sein kleines Buch, nur 2 Kapitel lang, wird wohl selten gelesen. Dabei hat der Prophet eine fast beispiellose Erfolgsbilanz vorzuweisen. Er spricht im Namen Gottes zum Volk Israel, als dieses aus dem Exil in Babylon in die alte Heimat zurückgekehrt ist. Das war die Erfüllung einer lange gehegten Sehnsucht. Zugleich bedeutet es anpacken und hart arbeiten, denn ein Wiederaufbau ist zu bewältigen.

Dabei setzen die Menschen eine Priorität. Erst einmal muss ich zu etwas kommen, dann sind die Dinge dran, die das Gemeinwesen aufbauen. So arbeitet also jeder an seinem Glück, auf seinem eigenen Land. Doch diese Strategie geht nicht auf. Die kargen Böden ermöglichen keine Ernten, die den Besitz steigern. Allenfalls von der Hand in den Mund lebt man so. Hinzu kommt nun ausgerechnet eine Dürre. Sie gefährdet allen Aufbau. Woran liegen diese Fehlschläge? Ist es einfach ein schlechter Zeitpunkt? Muss sich eben jeder mehr anstrengen, sich klüger anstellen?

Der Prophet Haggai hat eine klare Antwort darauf. Es liegt an eurer falschen Priorität. Ihr habt die Sache am verkehrten Ende begonnen. Erst braucht es eine tragende Gemeinschaft, ein organisiertes Miteinander, das alle Halt finden lässt. Dann entsteht auch das persönliche Wohlergehen.
Zum augenfälligen Zeichen dieses verkorksten Neuanfangs macht Haggai den Tempel in Jerusalem. Während alle an ihren neuen Häusern gebaut haben, ist der Tempel, das Haus Gottes, zerstört geblieben.

Nicht eure eigenen Häuser, sondern das gemeinsame Haus müsst ihr zuerst errichten.

Dann wohnt ihr auskömmlich und sicher im Land.

Das ist für Haggai selbstredend keine soziologische Einsicht, sondern tief und fest im Glauben an den Gott Israels verwurzelt. Auch darum ist das Sinnbild des Tempels so treffend und stark. Gott ist ein Gott der Gemeinschaft, der die Menschen aufeinander bezogen und zu einem Miteinander und Füreinander geschaffen hat. Wo Menschen das vergessen und auf sich bezogen leben wollen, kommen sie nicht auf einen grünen Zweig. Umgekehrt hilft die lebendige Beziehung zu Gott uns Menschen, unserer Bestimmung füreinander entsprechend zu leben.

Es liegt auf der Hand, dass wir die Erinnerung des Haggai auch in unsrer Zeit nötig haben. Zu viel packen wir an, als ließe sich unser Glück in einer Welt gestalten, die uns ansonsten gleichgültig ist. Globalisierung und globale Aufgaben zeigen uns, wie sehr und wie weit wir mit unserem Leben eingebunden sind. Ist dieses Eingebundensein nicht positiv gestaltet, gepflegt und geschützt, gibt es kein wirkliches Wohlergehen für Einzelne.

So sehr ich auch die individualistischen und Gemeinschaft störenden Entwicklungen unserer Zeit sehe und fürchte, macht mir die Geschichte von Haggai Mut. Er ist mit seinen Hinweisen auf offene Ohren gestoßen. Die Israeliten haben den Tempel gemeinsam wieder aufgebaut. Das Buch Esra weiß, dass der Impuls dazu vor allem dem Propheten Haggai zu verdanken ist. Die folgende, segensreiche Zeit, hat Grundlagen dafür gelegt, dass Gottes Wort und Gottes Volk durch furchtbare Krisen hinweg bewahrt blieben..

Wer nach dem eigenen Wohlergehen strebt, der muss also beim Wohlergehen aller beginnen.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen
Ihr / euer Eric Söllner

Pastor Eric Söllner

   

 

 

 
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