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Bibelwort für den Monat November

 

Gott spricht:
 »ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein
und sie sollen mein Volk sein.«

(Hesekiel 37,27)


Wo wohnt Gott?

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Freunde!

Wo wohnt Gott? Das scheint eine Kinderfrage zu sein. Tatsächlich stellen die Kleinsten im Kindergottesdienst oder im Kindertreff unserer Gemeinde diese Frage manchmal. Oder sie malen von sich aus Gott, der mit weißem Rauschebart auf einer Wolke sitzt. Da wohnt Gott also. »Von dort kann er alles sehen.«
Wenn wir Erwachsenen ehrlich sind, dann ist das auch eine Frage für uns. »Wo wohnt Gott?« heißt bei uns dann »Wie kann ich ihn finden?« oder »Wie komme ich mit Gott in Kontakt? Wie erfahre ich seine Nähe?« Weil das nicht selbstverständlich ist, bleiben diese Fragen als Herausforderungen für jeden glaubenden und suchenden Menschen aktuell. Wobei wir uns oft schon Gott näher fühlen, wenn wir uns diesen Fragen aussetzen.
Besonders drängend waren diese Fragen zur Zeit des Propheten Hesekiel. Er ist im Jahre 593 vor Christus zum Propheten berufen worden. 4 Jahre zuvor sind nach einer militärischen Niederlage viele Juden nach Babylon deportiert worden. Diese Glaubenden fragen sich nun fern ihrer Heimat, ob Gott auch ihnen nahe ist. Er wohnt ja im Tempel zu Jerusalem, also weit entfernt. Da wird es zur Katastrophe des Glaubens, als 5 Jahre später eben dieser Tempel wieder durch militärische Gewalt zerstört wird. Wo ist Gott jetzt zu finden? Hat er uns verlassen?
Der Prophet Hesekiel hat eine gute Nachricht für die Glaubenden. Gott selbst sagt: »Ich werde unter ihnen wohnen.« Es wird also wieder ganz klar sein, wo Gott zu finden ist. Und dann übersetzt Hesekiel diese Zusage in eine gewaltige Vision. Er sieht in Zukunft eine riesige Gottesstadt mit einem markanten, überwältigenden Tempel in ihrer Mitte. Weil Gott so klar und offensichtlich bei uns wohnen wird, werden wir gesegnet, geleitet und sicher leben. So ist es nicht gekommen. Auch als 50 Jahre später der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut werden konnte, blieben Unsicherheit und Fragen. Im Tempelbau wie im Glauben ging es eher bruchstückhaft voran.
Die Vision des Hesekiel nimmt viel später ein anderes Buch der Bibel wieder auf. Auch hier wird der Blick in die Zukunft gewagt. Und auch hier wird gesehen, dass Gott unter den Menschen wohnt: »Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen!« So lesen wir das in der Offenbarung des Johannes. Die Bescheidenheit fällt sofort auf – um nicht zu sagen die Menschlichkeit. Gott wohnt mitten unter den Menschen. Er wohnt in einer Hütte, wie die Menschen auch.
Von dieser Vision zieht sich eine Spur zu Jesus Christus. Er war, so glauben wir, ein Mensch wie wir. Doch haben in ihm damals und später viele Menschen erkannt: Er ist zugleich Gott. Da hat also Gott tatsächlich mitten unter uns gewohnt, in der bescheidenen Hütte unseres menschlichen Körpers und Geistes. So ist uns Gott so nahe gekommen, wie es näher nicht geht. Er ist in unser Menschsein eingezogen. Gott beantwortet also unsere Frage »Wo ist Gott?«, in dem er sie mit uns teilt. Mitten in dieser Frage ist er bei uns. Er hat erfahren wie es ist, so zu fragen und welche Not sich damit verbinden kann. Schließlich erfährt er auch die Not, Gott zwar dringend zu suchen, ihn aber doch nicht zu finden: »Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?« ruft Jesus, als er am Kreuz stirbt. Als er vom Tod aufersteht, wird für alle deutlich: Gott hatte ihn nicht verlassen.
Gott wohnt also mitten in unseren Fragen. Er wohnt sogar dort, wo wir ihn sehnlichst und bitter vermissen. Nicht glänzend und klar, sondern nahe bei uns und tief in unserem Erleben ist es wahr geworden: »Ich will unter ihnen wohnen.«
Eine behütete Zeit im zu Ende gehenden Kirchenjahr wünsche ich Ihnen und euch. Der kommende Advent bewege uns hinein in die Wahrheit, dass Gott unser Leben ganz mit uns teilt.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Eric Söllner

Pastor Eric Söllner

   

 

 

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