Bezirk Jena-Weimar

 John-Wesley-Haus
   Wegbeschreibung

 
 Unsere Gemeinde
  
Bilder der Gemeinde
 
 Veranstaltungen
  Gemeindebrief
 
 Kontakt
 
 Links




Alle Gemeindeveranstaltungen
sind ab sofort
und zunächst bis 10. April 2020
abgesagt.


 
Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient“ 1. Korinther 10,24
  



 
Bibelwort für den Monat März

 

Jesus Christus spricht: »Wachet!«

(Markus 13,37)


Wachsein geht nur gemeinsam

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Freunde!


Wie lange kann ein Mensch wach bleiben? Das wäre ja eine gute Frage für das Guinness Buch der Rekorde, dachte ich mir. Doch eben dieses Lexikon menschlicher Höchstleistungen verzichtet bereits seit Jahren darauf, einen Rekord im Wachbleiben aufzuführen. Die Herausgeber möchten nicht dazu Anlass geben, dass Menschen um dieses Rekordes willen ihrer Gesundheit schaden. Tatsächlich brauchen wir alle ausreichend Schlaf, um gesund zu bleiben. Doch Jesus ruft ausdrücklich dazu auf, wach zu bleiben. Wozu sollen wir wach bleiben?
Im Evangelium nach Markus kleidet Jesus diesen Aufruf in ein kleines Bild. Ein Hausherr verlässt sein Haus, ohne den Bediensteten zu sagen, wann er wieder heimkehren wird. Es könnte also zu jeder Zeit so weit sein. Dann sollen die Diener den Hausherrn erwarten und zeigen, dass sie alle ihren Aufgaben nachgekommen sind, so, als ob der Hausherr da gewesen wäre.
Schon dieses Beispiel lässt erkennen, dass es Jesus nicht um einen Rekordversuch im Wachbleiben geht. Eher ist Verlässlichkeit gemeint, das Dranbleiben an übertragenen Aufgaben und die Treue zu einem, der gerade nicht da ist. Letztlich erzählt Jesus dabei von sich selbst. Er wird eine Zeit lang nicht da sein. Doch er wird ganz sicher wiederkommen. Und bis es so weit ist, geht er davon aus, dass die, die zu ihm gehören, alles so weiter tun, als wäre er da. Nachdem Jesus von den Toten auferstanden und in den Himmel aufgefahren war, haben die, die zu Jesus gehörten, seine Worte ganz neu verstanden. Jetzt ist er weg. Doch er wird wiederkommen. Jetzt verstehen wir, was er mit »Wachet!« gemeint hat. Wir handeln und reden weiter so, wie er es gewollt hätte, als wäre er noch bei uns, weil er jeden Augenblick wiederkommen kann. Das ist eine treffende und schöne Umschreibung dessen, was christliches Leben ausmacht. Wer an Jesus Christus glaubt, der bleibt auf ihn bezogen und tut seinen Willen, auch wenn er nicht unmittelbar anwesend ist.
Das Missverständnis mit dem Rekordversuch im Wachbleiben hilft hier allerdings trotzdem weiter. Es ist klar, dass niemand unbegrenzt wach bleiben kann. Darum geht das Wachsein nur gemeinsam mit anderen. Dann kann immer einer wach sein und die anderen können sich ausruhen und neue Kräfte sammeln. Darum geht auch Christsein nur gemeinsam. Schon um zu bewahren und immer wieder neu zu gewinnen, was Jesus gewollt hat, braucht es die Fragen und Einsichten vieler. Glaube zu leben, Hoffnung hoch zu halten und Liebe zu üben, gelingt dann dauerhaft, wenn wir uns abwechseln, wenn auf Anstrengung auch eine Phase der Ruhe, wenn auf das Tragen auch eine Zeit des Getragenseins folgen kann. Jesu Aufforderung »Wachet!« führt also geradewegs in die Gemeinschaft der Glaubenden.
Übrigens gibt es sehr verschiedene Angaben darüber, wie lange ein Mensch ununterbrochen wach sein kann. Wenige dieser Angaben sind wirklich überprüfbar und gesichert, auch wenn sie sich auf tatsächlich durchgeführte Versuche beziehen. Als gut dokumentiert und also belastbar gilt ein Experiment aus dem Jahr 1965. Ein 17-jähriger Schüler war während einer wissenschaftlichen Veranstaltung 264 Stunden wach, also rund 11 Tage. Wie lang er danach geschlafen hat, wird nicht berichtet.

Eric Söllner

Pastor Eric Söllner

   

 

 

 
 Datenschutz
 

 Impressum