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Bibelwort für den Monat November

 

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

(Hiob 19,25)


Der Widerspruch des Glaubens gegen das Leid

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Freunde!
 
Hiob, der seine Kinder und seinen Besitz verloren hat, schließlich auch schwer krank wird, findet nach langem SchweigenWorte für seine Situation. Für ihn ist es, als ob Schritt für Schritt, Wort für Wort die guten, helfenden Taten Gottes zurückgenommen werden. Für die guten Taten Gottes finden gerade die Psalmen treffende, einleuchtende Bilder. Für Hiob sind sie alle in ihr Gegenteil verkehrt. Aus Gottes Hilfe ist Gottes Feinschaft geworden.
Im 34. Psalm spricht ein Mensch dankbar davon, dass Gott ihm geholfen hat. Das war so, als ob er ihn aus einem Netz befreit hat, in dem er sich verfangen hatte. Hiob klagt: Gott hat mich mit seinem Netz gefangen.
Psalm 8 sagt ganz allgemein über uns Menschen, dass Gott uns mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt hat. Hiob empfindet sein Schicksal so, als ob Gott ihn seiner Ehre vollkommen entkleidet hat.
Der erste Psalm weiß davon, dass Menschen, die auf Gott vertrauen wie ein gründender Baum sind, fest verwurzelt an einem Wasserlauf. Gott hat meine Hoffnung ausgerissen, wie einen Baum, meint Hiob.
Der bekannte Psalm 23 malt ein Bild davon, dass ein Mensch sogar angesichts seiner Feinde bei Gott Geborgenheit und Schutz erfährt. Hiob beklagt, dass Gott selbst sich wie sein Feind verhält und ihn belagert.
Schritt für Schritt, Wort für Wort nimmt Hiob all jene Bilder zurück, die in der Bibel für Gottes rettendes und helfendes Handeln stehen. Alle Zusage, aller Segen Gottes ist in sein Gegenteil verkehrt.
Doch mitten in dieser Klage hält Hiob plötzlich fest: »Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er sich über dem Staub erheben.« Hiob spricht ein Aber, das wieder alles umwirft, alles noch einmal wendet. Gott ist und bleibt doch mein Erlöser. Gott hat als mein Helfer das letzte Wort. »Ihn werde ich sehen«, sagt Hiob. Er spricht das Aber des Glaubens.
Er klagt nicht nur vorbehaltlos und gibt damit auch vor Gott der Wirklichkeit menschlichen Leidens die Ehre, gibt dem Leidenden damit eine Stimme und seiner Verzweiflung Würde und Recht. Hiob wagt für sich und für andere den Widerspruch des Glaubens gegen das Leid. Er benennt sein Unverständnis für das Handeln Gottes, weil es ihn offensichtlich leiden lässt. Und er flieht zugleich zu Gott, der ihn aus dem Leid retten muss, weil er Gott ist. Wie wenig hat der Glaube doch in der Hand. Mir scheint, je bedrückender die Situation ist, um so weniger ist es. Und dennoch kann der Glaube – das Festhalten an Gott – alles umkehren.

Eric Söllner

Pastor Eric Söllner

   

 

 

 
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