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Bibelwort für den Monat Mai

 

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen,
was man hofft und ein Nichtzweifeln an dem,
was man nicht sieht.

(Heräer 11,1)


Freiheit zum Zweifeln

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Freunde!

Es tut mir leid und es kommt auch wirklich nicht oft vor, aber diesem Bibelwort muss ich einfach klar und deutlich widersprechen.
Dass der Glaube eine feste Zuversicht ist und ganz eng mit der Hoffnung verbunden, das sehe ich auch so. Allerdings den Glauben mit Nichtzweifeln zu beschreiben geht für meine Begriffe nicht. Davor warne ich.

Zweifel und Glauben sind keine Gegensätze.

Im Gegenteil sind beide eng miteinander verbunden. Sie brauchen sich. Der Glaube führt geradezu in Zweifel hinein. Glaube ist Vertrauen. Und das führt dazu, dass ich mich verlasse und sowieso alles, was ich für sicher und fest zu haben und zu halten meine. Glaube führt immer zu mehr, als ich sehe, als ich begreife und ergreifen kann. Glaube lockt zum Loslassen der Sicherheiten. So bekommt der Glaube die unbändige Kraft, die ich in mir spüren und mit anderen gemeinsam feiern und bestaunen kann. Da entsteht der Schwung und der Mut, zu hinterfragen, zu prüfen, neue Wege zu gehen und trotz Enttäuschung oder gegenteiliger Erfahrung doch wieder neu anzufangen und ja zum Leben zu sagen.
Von dieser Kraft des Glaubens spricht auch der Hebräerbrief in unserem Bibelwort für den Mai.
Aber erst im Zweifel, den der Glaube hervorruft, wird die gesamte Kraft des Glaubens spürbar. Was sichtbar ist und vorgezeichnet, was wir schon immer so gemacht haben und was man so macht und was nicht, wo ich mir sicher bin und wo jetzt auch mal genug ist, da setzt der Glauben mit der Kraft des Zweifels an. So lockt er zum Verzeihen, dazu mich neu zu denken und andere nicht abzuschreiben.
So ist der Zweifel im christlichen Glauben immer schon eingebaut. So ermöglicht er nicht nur, dass jede und jeder Einzelne wirklich selbst glauben kann. So wird selbst das Gewonnen  immer wieder überprüft. Denn im Glauben stehe ich nicht auf dem, was ich weiß, erkenne und kann.

Im Glauben halte nicht ich fest, sondern ich werde gehalten.

Und in diesem Gehaltenwerden steckt die Freiheit zum Zweifeln – sogar an mir selbst.
Ich weiß, das ist kein echter Widerspruch zum Hebräerbrief. Aber dem möglichen Missverständnis wollte ich doch vorbeugen.
Denn die Bewegung des Glaubens ist nicht zuschließen und festmachen, sondern öffnen und aufbrechen.

Eric Söllner

Pastor Eric Söllner

   

 

 

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