Bezirk Jena-Weimar

 John-Wesley-Haus
   Wegbeschreibung

 
 Unsere Gemeinde
  
Bilder der Gemeinde
 
 Veranstaltungen
  Gemeindebrief
 
 Kontakt
 
 Links




 

Bibelwort für den Monat März

 

„Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen
und die Alten ehren und sollst dich fürchten
vor deinem Gott; ich bin der Herr. “

(3. Mose 19,32)


von der Verantwortung

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Im Bibelwort für den März geht es nicht einfach darum, die alt gewordenen Mitglieder der Familie oder der Gesellschaft in Ehren zu halten. Genau genommen ist hier nämlich von zwei unterschiedlichen Personengruppen die Rede.
Mit dem „grauen Haupt“ sind die tatsächlich Alten gemeint. So ist mit „aufstehen“ an eine respektvolle und zuvorkommende Anerkennung ihrer Lebensleistung gedacht. Das gilt um so mehr, als sie durch das Schwinden ihrer Kräfte nun auf Hilfe und Beistand angewiesen sind. Wir dürfen nicht vergessen, dass es zur Zeit, als dieses Gebot aufgeschrieben wurde, keinerlei gesetzliche Absicherung der Menschen gab, die nicht mehr selbst ihr Einkommen erwirtschaften konnten. Diese zu versorgen, blieb die direkte Aufgabe ihrer Familien oder ihrer unmittelbaren Gemeinschaft, etwa der Nachbarschaft in einem Dorf. Aus Respekt und in Anerkennung dessen, was die alt Gewordenen ihr Leben lang geleistet haben, sollen sie also Teil der Gemeinschaft bleiben und in jeder Hinsicht versorgt sein. Vielleicht darf ich den Wortlaut des Gebotes so kurz zusammenfassen: „Du sollst aufstehen, wo sie sitzenbleiben können. Du wirst aktiv, wo sie sich jetzt zurücklehnen dürfen.“ Auch wenn Menschen aufgrund ihres Alters nun zu den Bedürftigen gehören, macht sie das keineswegs zu weniger achtbaren Mitgliedern der Gemeinschaft.
Die „Alten“ dagegen ist ein feststehender Begriff für die „Ältesten“. Es sind also die Menschen gemeint, die im Augenblick das Sagen haben, die Verantwortung tragen für die Gemeinschaft. Heute würden wir vielleicht an Amtsträger denken. In den Zeiten, aus denen dieses Gebot stammt, waren dies in der Regel Menschen, die durch ihr Verhalten Verantwortung und Talent unter Beweis gestellt hatten. Ihnen wurde die Leitung der Gemeinschaft übertragen. Und so sollte dann auch ihren Entscheidungen gefolgt und vertraut werden. Heute und in unseren Gemeinschaften sind die Verantwortungsträger meist gewählt. Und auch für sie gilt, dass die Aufgabe, der sich sich stellen, unsere wohlwollende und unterstützende Begleitung und ihre Entscheidungen unsere  Anerkennung brauchen.

Spätestens an dieser Stelle kommt ein wichtiger Punkt in den Blick, den unser Bibelwort für den Monat März ganz absichtlich benennt: „… und sollst dich fürchten vor deinem Gott“. Hier ist eine Aufforderung an alle gegeben, die eben nicht zu den Altgewordenen oder den Verantwortungsträgern gehören. Sie sollen nicht in fragloser Verehrung einfach alles für die Alten tun oder in blindem Gehorsam den Ältesten folgen. Denn jeder steht abgesehen davon immer persönlich in der Verantwortung vor Gott. Und diese Verantwortung wird er auch nicht dadurch los, dass es jemandem über ihm gibt, der  Entscheidungen treffen und Weisungen erteilen darf. So bleiben in der Versorgung der Alten Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit das Maß. Das schützt vor überzogenen Forderungen der Alten genau so wie davor, sie einfach zu vergessen oder an den Rand zu drängen. Und beim Gehorsam und Respekt gegenüber den Vorgesetzten und Verantwortungsträgern sind ebenso Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit der Maßstab, an dem sich auch deren Entscheidungen messen müssen. Und jedes Mitglied der Gesellschaft wird zugetraut, dieses Maß auch anwenden zu können.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Eric Söllner

Pastor Eric Söllner

   

 

 

 Impressum


 www.kurz-urlaub-buchen.de