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Bibelwort für den Monat März

 

Wendet euer Herz wieder dem
Herrn zu, und dient ihm allein.

(1. Buch Samuel 7,3)


Herzensordnung

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Freunde!

Im Bibelwort für den Monat März begegnet mir eine Aufforderung. Und es regt sich Widerstand in mir. Habe ich Gott verlassen? Habe ich mein Herz von ihm abgewandt? Zuerst beantworte ich die Fragen mit einem klaren Nein. Aber dann wird es auch schon knifflig. Im ersten Samuelbuch hat sein Herz bei Gott, wer ihm dient. Es geht also nicht allein um mein Gefühl. Obwohl ich das wichtig finde und froh darüber bin, dass ich mich in meinem Herzen mit Gott verbunden fühle. Dieses Gefühl ist ein wichtiger Teil meines Glaubens. Offenbar aber braucht es noch mehr. Besser gesagt, ist die Zuwendung zu Gott ganzheitlich gedacht. In der Vorstellungswelt des Alten Testaments, aus dem das erste Samuelbuch stammt, ist das Herz nicht nur der Sitz der Gefühle. Es ist die Mitte einer Person. Darum kommen auch Denken, Begreifen, Reden und Handeln aus dem Herzen.
So hilft mir das Bibelwort des Monats, mich zu hinterfragen. Wird in meinem Reden deutlich, dass ich mit dem Herzen bei Gott bin? Lassen meine Handlungen, meine Entscheidungen erkennen, dass ich mich Gott zuwende? Das ist nicht immer der Fall. Es zeigt sich auch in meinem Leben eine Art Spaltung. Wo mein Herz ist – bei Gott – kann nicht zu jeder Zeit an meinem Reden und Tun erkannt werden. Ich rede manchmal wie einer, der nicht mit Gott rechnet. Ich handle so, als wüsste ich nichts von Gott.
Genau dieses Phänomen benennt das erste Samuelbuch. Und es analysiert zugleich mein Verhalten und mein Innserstes. Die Aufforderung »dient ihm allein« weist darauf hin, dass ich anderen Menschen und Dingen diene, also mein Herz auch anderswo habe, als bei Gott. Und das stimmt natürlich. In meinem Herzen – sowohl in meinen Gefühlen als auch in meinem Denken – hat auch anderes Platz, nicht nur Gott. In meinem Herzen wohnen insbesondere auch andere Menschen, nicht nur Gott allein.
Nun haben weder das erste Samuelbuch noch ich Sorge, dass Menschen oder Dinge tatsächlich in Konkurrenz zu Gott treten könnten. Aber sie können es in meinem Innersten, in meinem Herzen. Das geschieht, wenn ich Menschen oder Dingen diene, mich ihnen unterordne. Unterordnen aber soll ich mich allein Gott. Darum geht es hier nicht nur um mein Verhältnis zu Gott, sondern auch um mich selbst. Ausschließlich Gott zudienen, setzt mein Herz in das richtige Verhältnis zu anderen Menschen und zu den Dingen. Ich bin ihnen nicht untergeordnet, sondern stehe an ihrer Seite – und sie an meiner.
Weil ich das wieder neu begreife, befrage ich mein Handeln und Reden danach. Ich erkenne, dass ich mich durch manche Dinge definiere, die ich besitze oder kann. Mir fällt auf, dass ich mich und meine Entscheidungen davon abhängig mache, wie mich andere Menschen sehen. Ich möchte nicht ohne meine Begabungen und Fähigkeiten sein. Ich achte auch nicht das Urteil anderer Menschen gering. Aber es ist auch nicht gut für mich, wenn ich beides überbewerte. Die Aufforderung »Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein«, hilft mir zu einer guten Sortierung in meinem Herzen.

Eric Söllner

Pastor Eric Söllner

   

 

 

 
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